Freitag, 29. August 2008

Erste Bilder aus Puebla

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erste Bilder aus Puebla

Rundmail die Erste

So meine Lieben, nachdem es ein bisschen gedauert hat, endlich mal ein Lebenszeichen von mir. Habe mich hier glaube ich ganz gut eingelebt und schreibe diese Mail gerade mit den typischen Hintergrundgeräuschen. Straßenlärm und komische Musik. Erinnert mich an Omas Samstagabendprogramm: Musikantenstadl.

Am Besten fange ich am Anfang an, um am wenigsten zu verwirren…

Also angekommen sind wir hier vor ungefähr drei Wochen. Wir: sind Caro, Marie und ich. Alle in Tübingen am studieren, wobei Caro sogar mit mir Int.Eco studiert. Hier: Puebla.

[Heroica Puebla de Zaragoza ist die Hauptstadt des gleichnamigen zentralmexikanischen Bundesstaates Puebla mit 1.485.941 Einwohnern. Die Stadt Puebla ist auch unter den Namen Puebla de los Ángeles oder Angelópolis bekannt. Der Großraum Puebla-Tlaxcala steht nach Bevölkerungszahl an vierter Stelle hinter den Großräumen Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey. Es ist eine für ihre Schönheit berühmte Stadt, in der das alte und das neue Mexiko aufeinandertreffen: die Werkstätten der Talavera-Keramik und anderer kunsthandwerklichen Erzeugnisse, die Wolkenkratzer und die vier Jahrhunderte alten Gebäude der Kolonialzeit.] Quelle: Wikipedia

Die ersten Tage haben wir bei Yanelis Tante verbracht (Yaneli hat zwei Semester in Tübingen Jura studiert und studiert hier an der gleichen Uni wie wir). Jedenfalls waren wir ganz froh, dass wir uns die ersten Tage um nichts kümmern mussten, obwohl es auch ein bisschen anstrengend war, in einem kleinen Zimmer mit zwei Betten zu dritt zu wohnen, in einem Haus am Ende einer zehnminütigen Schotterpiste, wo es weder Türen (auch keine Toilettentüren) noch Klobrillen gab. Dafür jede Menge Mosquitos, drei verrückte Schäferhunde und eine Tante, die uns morgens um zehn Tequila trinken beigebracht hat, damit wir uns von den mexikanischen Männern nichts Falsches erzählen lassen (soll man nippen und nicht stürzen).

Haben dann die Stadt erkundet, viel geschlafen und versucht uns mit dem Essen anzufreunden. Von der Stadt bin ich positiv überrascht. Weniger dreckig als ich erwartet hätte und voller schöner Überraschungen. Natürlich tragen die vielen Kirchen (angeblich an jeder Ecke eine) viel dazu bei. Aber es gibt auch nette kleine Sträßchen mit Bäumen und süßen Läden. Der Versuch uns durch die harte Tour (also gleich am zweiten Tag Sachen von Straßenständen zu essen) an das hiesige Essen zu gewöhnen ist kläglich gescheitert… Die folgenden Tage waren wir durch die Standardsymptome gequält, wobei ich ganz gut davon kam und es bei mir auch nur ein paar Tage gedauert hat, die anderen beiden hatten sich scheinbar was ernsteres eingefangen und mussten sogar Antibiotika nehmen. Zum Thema Essen noch: Puebla rühmt sich damit, so was wie die kulinarische Hauptstadt Mexikos zu sein. Jedenfalls gibt es hier ganz viele typische Gerichte wobei mich am meisten beeindruckt haben: Taco Arabe (mexikanischer Dönerverschnitt nur um einiges ungesünder weil nur Fleisch und Taco, ohne jegliches Gemüse), Mole Poblano (Hühnchen und Reis mit einer Schokoladen-Chili-Soße und Sesamkernen) und mein Favorit: Chiles en Nogada (eine große grüne Chili gefüllt mit Obst und Fleisch und darüber eine Walnusssoße und Granatapfelkernen und Petersilie (soll die Farben Mexikos repräsentieren)).

Nach kurzer Suche haben wir auch gleich was Sauberes zum wohnen gefunden. Ein Haus in Uni-Nähe, wo Zimmer an Studenten vermietet werden. Mit Wireless-Internet, eigenes Bad, Aufenthaltsraum, Putzfrau (bisschen komisch aber normal hier… putzen jeden Tag…) und das Beste: In zehn Minuten Fußweg bin ich an meiner Fakultät. Also jetzt das Thema Uni:

Alles ein bisschen anders, wie sowieso alles hier. Man hat Vorlesungen in Klassengröße und alle sind sehr bemüht. Sind ja immerhin die ersten Austauschstudenten aus Deutschland… und so fühlt es sich auch an. Wir sind wohl bekannt wie drei bunte Hunde und selbst in unserer Straße hatte es sich rumgesprochen, dass drei deutsche Mädels die Gegend unsicher machen und Marie wurde in einem Laden sogar mit „hola alemana“ angesprochen. Meine Profs sind ganz nett, wobei mir der eine auch gleich armtäschelnd seine Hilfe zugesichert hat. Jaja. Selbst die Lehrinstanzen sind Latinos… Jedenfalls macht der Unterricht Spaß. Es ist zwar sehr anstrengend und man muss sehr sehr viel Lesen, weil sie hier eine ganz andere Herangehensweise haben, aber es macht sehr viel Spaß, da ich sogar am Unterricht teilnehmen kann und auch ganz gut mitkomme. Ansonsten sind auch meine Mitschüler sehr hilfsbereit. Und zwar nicht nur die Jungs… Sondern auch die Mädels sind ganz nett und helfen wo sie können. Trotzdem ist es immer noch ein bisschen komisch, dass wir so was wie eine Attraktion sind.

So. Jetzt noch der kulturelle Part:

Die Kirchen habe ich ja schon erwähnt. Yaneli hat auch versucht uns soviel wie möglich von der Stadt zu zeigen und so waren wir schon im Casa de la Revolucion und im Casa de la Cultura. Sehr interessant, vor allem weil hier die älteste Bibliothek Lateinamerikas zu begutachten ist. Ein Wochenende waren wir noch in Cholula.

[Im Stadtgebiet liegt eine der größten jemals errichteten Pyramiden, die große Pyramide von Cholula. Die katholische Kirche "Santa Maria de los Remedios", welche von den Spaniern mit Steinen von kleiner vorhispanischen Bauten auf der großen Pyramide errichtet wurde, wurde nach einem schweren Erdbeben zwischen 1864 und 1874 wieder aufgebaut. Das Besondere an der Kirche ist die überaus üppige, typisch mexikanisch-barocke Ausgestaltung, bei der fast kein Teil der Kirche innen nicht vergoldet erscheint. Cholula ist aber auch dafür bekannt, dass sie sehr viele Kirchen besitzt. Alle Kirchen sollen zusammen 365 Kuppeln besitzen. Für jede Kuppel gibt es ein Fest, wodurch jeden Tag ein kleines Feuerwerk zu sehen ist oder zumindest ein paar Böller zu hören sind.]

War sehr beeindruckend. Vor allem die Aussage, dass die Pyramide vom Grundriss her die größte der Welt sein soll. Hmmm. Jedenfalls war es ein sehr schöner Tag und es ist schon überwältigend was die Menschen hier errichtet haben. Ohne das Rad zu kennen… und es gab sogar Tunnel. Ein bisschen ein komisches Gefühl innerhalb des Berges rumzulaufen. Denn die Pyramide ist heute nichts anderes als ein paar Ruinen, die zugewuchert sind und einer Kirche drauf. Schade, aber man befürchtet, dass bei Ausgrabungen das ganze zusammen brechen würde.

So, jetzt habe ich hoffentlich die beruhigt, die sich Sorgen um mich machen, die abgelenkt, denen langweilig ist und den Wissensdurst derer gestillt, die nicht genug bekommen können. Wer jetzt schon nach Bildern lächzt, muss ich leider enttäuschen. Das ganze dauert noch ein bisschen, da sich Thomas gerade im Umzugsstress befindet und meine alte Seite nicht mehr funktioniert! Aber bald!!! Bestimmt J

Ich hoffe euch allen geht es gut!

Ganz liebe Grüße del otro lado del charco (wie man hier so gerne sagt…)

Eure Julia

Erster Kommentar

Hallo ihr Lieben,

es ist also soweit! Ab heute könnt Ihr eine kleine Auswahl meiner Fotos anschauen.

Viel Vergnügen,
Julia