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Montag, 9. Februar 2009
Samstag, 7. Februar 2009
Cuernavaca und Taxco
So, damit ich meinen Blog endlich auf dem neusten Stand habe...
Letztes Wochenende war Dank der Constitución ein verlängertes. Juhu!
Daniel und ich sind also nach Cuernavaca, der Hauptstadt von Morelos und Zufluchtsort der reichen Mexiko Städtlern, gefahren. Insgesamt eine nette Stadt mit Flair und vie Kultur. Haben also die Stadt erkundet, die vorallem wegen ihres angenehmen Klimas so beliebt ist. Um 1200 n. Chr. entwickelten die ersten Siedler im Tal des heutigen Morelos eine äußerst produktive Landwirtschaft mit dem Zentrum in Cuauhnáhuac (Name der Stadt in Nahuatel, der so viel wie "Ort am Waldrand" bedeutet). Die herrschenden Mexica (Azteken) nannten diese Siedler Tlahuica (Menschen, die den Boden bearbeiten). 1379 unterwarf ein Mexica Fürst die Tlahuica und verpflichtete sie zu einer Tributzahlung. Der Nachfolger des Mexica-Fürsten heiratete die Tochter des früheren Herrschers und aus der Ehe ging Moctezuma I. hervor, der ein Vorgänger von Moctezuma II. war, auf den Cortés traf. Unter den Azteken entfalteten die Tlahuica eine rege Handelstätigkeit und kamen zu Wohlstand. Ihre Stadt war ein Zentrum der Bildung und der Religion. Als die Spanier ins Land kamen, waren die Tlahuica den Azteken treu ergeben. Im April 1521 wurden sie schließlich besiegt und Cortés brannte die Stadt nieder. Nachdem er auch die Pyramide zerstört hatte, erbaute er auf ihrem Fundament und mit ihren Steinen den Palacio de Cortés, in dem heute ein Museum ist, was wir uns gleich mal als erstes angeschaut haben. Der Name Cuernavaca setzte sich dann auch durch, da er den Spaniern leichter von der Zunge ging...
Nachdem wir das Museum erkundet hatten, das einen Rundschlag durch mehr als 2000 Jahre Geschichte macht, haben wir uns noch ein bisschen auf den schönen Plätzen rumgetrieben, Limonade getrunken (gibt nichts feineres als Limonade aus frischen Limetten), haben uns die Kathedrale angeguckt und nach einer Verschnaufspause ein Essen beim Italiener gegönnt.
Am nächsten Tag sind wir dann nach einem typsich mexikanischen Frühstück mit Tortillas, Rührei und Kaffee zu den nahegelegenen Pyramiden Teopanzolco. Das coole an diesen Pyramiden ist, dass um eine alte Pyramide eine Jüngere drum herumgebaut wurde und die Tlahuicas damit gerade beschäftigt waren, als Cortés ankam. Und so kann man heute auf die Jüngere klettern und auf die Alte runterschauen. Anosnten ist die Anlage eher klein. Aber ich fand beeindruckend, dass sie mitten in einem Wohngebiet gelegen ist. Wie cool ist das denn? Pyramiden als Nachbarn zu haben...
Danach haben wir noch ein kleines Museum besichtig, was alte Foto ausgestellt hatte und sind eine Schlucht entlang gegangen um dann beim Markt herauszukommen. War total schön, weil er draußen war und ganz verwinkelt mit viel Stufen und Kurven. Süß war auch, dass ganz viele mit Puppen im Arm rumliefen. Aber ich darf die ja nicht Puppen nennen. Sondern das waren Ninos dioses... kleine Gottkinder oder so, die die Frauen am Tag darauf in einer Verkleidung in die Kirche gebracht haben um sie dort weihen zu lassen. Die Verkleidung hängt davon ab, was gerade zu hause gebraucht wird. Ist es zum Beispiel Gesundheit, wird das nino Dios als Doktor verkleidet usw.
Nach der Markterkundung ging es dann mit dem Bus weiter nach Taxco. Der Silberstadt des zentralen Mexiko.
So wunderschön. Hab mich ein bisschen in die Stadt verliebt. Hat so viel Charme und Ausstrahlung.... Das schöne an dieser Stadt ist, dass sie total verwinkelt ist und ganz viel kleine Gassen hat, die dann hinter der Kurve in einem schönen Platz enden. Hat mich ein bisschen an die Städte der Toskana oder der ligurischen Riviera erinnert. Ach... war einfach schön nur durch die Gassen zu schlendern und zu schauen, wo man rauskommt. Haben also den Tag und den darauf folgenden nur mit Gassen erkunden und Aussicht genießen verbracht. Zwischendurch mal Kaffee getrunken oder über den Markt geschlendert, wobei ich auf dem Markt meinte, ich müsste unbedingt eine einheimische Spezialität probieren. Jumíles. Käfer. Vom Aussehen her wie Stinkkäfer... und um ehrlich zu sein bin ich jetzt ein bisschen in meiner Experimentierfreudigkeit gehemmt. Die guten Viecher haben nämlich noch gelebt, als die Frau vom Essensstand sie mir in ner Tüte vor die Nase gehalten hat. Dachte die würden fritiert werden. Aber nein... Werden zusammen mit grünen Tomaten und Koriander und Chili in der Steinschale zerrieben und dann so als Soße auf den Quesadilla gegeben. Konnte nur eine Portion essen... Wenigstens hat es Daniel auch nicht geschmeckt und der ist immerhin Mexikaner...
Abends ging es dann schon wieder zurück nach Puebla. Leider... Aber wir kommen auf jeden jeden fall zurück! so schön....
Letztes Wochenende war Dank der Constitución ein verlängertes. Juhu!
Daniel und ich sind also nach Cuernavaca, der Hauptstadt von Morelos und Zufluchtsort der reichen Mexiko Städtlern, gefahren. Insgesamt eine nette Stadt mit Flair und vie Kultur. Haben also die Stadt erkundet, die vorallem wegen ihres angenehmen Klimas so beliebt ist. Um 1200 n. Chr. entwickelten die ersten Siedler im Tal des heutigen Morelos eine äußerst produktive Landwirtschaft mit dem Zentrum in Cuauhnáhuac (Name der Stadt in Nahuatel, der so viel wie "Ort am Waldrand" bedeutet). Die herrschenden Mexica (Azteken) nannten diese Siedler Tlahuica (Menschen, die den Boden bearbeiten). 1379 unterwarf ein Mexica Fürst die Tlahuica und verpflichtete sie zu einer Tributzahlung. Der Nachfolger des Mexica-Fürsten heiratete die Tochter des früheren Herrschers und aus der Ehe ging Moctezuma I. hervor, der ein Vorgänger von Moctezuma II. war, auf den Cortés traf. Unter den Azteken entfalteten die Tlahuica eine rege Handelstätigkeit und kamen zu Wohlstand. Ihre Stadt war ein Zentrum der Bildung und der Religion. Als die Spanier ins Land kamen, waren die Tlahuica den Azteken treu ergeben. Im April 1521 wurden sie schließlich besiegt und Cortés brannte die Stadt nieder. Nachdem er auch die Pyramide zerstört hatte, erbaute er auf ihrem Fundament und mit ihren Steinen den Palacio de Cortés, in dem heute ein Museum ist, was wir uns gleich mal als erstes angeschaut haben. Der Name Cuernavaca setzte sich dann auch durch, da er den Spaniern leichter von der Zunge ging...
Nachdem wir das Museum erkundet hatten, das einen Rundschlag durch mehr als 2000 Jahre Geschichte macht, haben wir uns noch ein bisschen auf den schönen Plätzen rumgetrieben, Limonade getrunken (gibt nichts feineres als Limonade aus frischen Limetten), haben uns die Kathedrale angeguckt und nach einer Verschnaufspause ein Essen beim Italiener gegönnt.
Am nächsten Tag sind wir dann nach einem typsich mexikanischen Frühstück mit Tortillas, Rührei und Kaffee zu den nahegelegenen Pyramiden Teopanzolco. Das coole an diesen Pyramiden ist, dass um eine alte Pyramide eine Jüngere drum herumgebaut wurde und die Tlahuicas damit gerade beschäftigt waren, als Cortés ankam. Und so kann man heute auf die Jüngere klettern und auf die Alte runterschauen. Anosnten ist die Anlage eher klein. Aber ich fand beeindruckend, dass sie mitten in einem Wohngebiet gelegen ist. Wie cool ist das denn? Pyramiden als Nachbarn zu haben...
Danach haben wir noch ein kleines Museum besichtig, was alte Foto ausgestellt hatte und sind eine Schlucht entlang gegangen um dann beim Markt herauszukommen. War total schön, weil er draußen war und ganz verwinkelt mit viel Stufen und Kurven. Süß war auch, dass ganz viele mit Puppen im Arm rumliefen. Aber ich darf die ja nicht Puppen nennen. Sondern das waren Ninos dioses... kleine Gottkinder oder so, die die Frauen am Tag darauf in einer Verkleidung in die Kirche gebracht haben um sie dort weihen zu lassen. Die Verkleidung hängt davon ab, was gerade zu hause gebraucht wird. Ist es zum Beispiel Gesundheit, wird das nino Dios als Doktor verkleidet usw.
Nach der Markterkundung ging es dann mit dem Bus weiter nach Taxco. Der Silberstadt des zentralen Mexiko.
So wunderschön. Hab mich ein bisschen in die Stadt verliebt. Hat so viel Charme und Ausstrahlung.... Das schöne an dieser Stadt ist, dass sie total verwinkelt ist und ganz viel kleine Gassen hat, die dann hinter der Kurve in einem schönen Platz enden. Hat mich ein bisschen an die Städte der Toskana oder der ligurischen Riviera erinnert. Ach... war einfach schön nur durch die Gassen zu schlendern und zu schauen, wo man rauskommt. Haben also den Tag und den darauf folgenden nur mit Gassen erkunden und Aussicht genießen verbracht. Zwischendurch mal Kaffee getrunken oder über den Markt geschlendert, wobei ich auf dem Markt meinte, ich müsste unbedingt eine einheimische Spezialität probieren. Jumíles. Käfer. Vom Aussehen her wie Stinkkäfer... und um ehrlich zu sein bin ich jetzt ein bisschen in meiner Experimentierfreudigkeit gehemmt. Die guten Viecher haben nämlich noch gelebt, als die Frau vom Essensstand sie mir in ner Tüte vor die Nase gehalten hat. Dachte die würden fritiert werden. Aber nein... Werden zusammen mit grünen Tomaten und Koriander und Chili in der Steinschale zerrieben und dann so als Soße auf den Quesadilla gegeben. Konnte nur eine Portion essen... Wenigstens hat es Daniel auch nicht geschmeckt und der ist immerhin Mexikaner...
Abends ging es dann schon wieder zurück nach Puebla. Leider... Aber wir kommen auf jeden jeden fall zurück! so schön....
Freitag, 6. Februar 2009
Mittwoch, 4. Februar 2009
Ruta Maya mit Mama
Weiter geht’s im fleißig Blog-Text-schreiben/lesen…
Nachdem ich also einen Tag „Verschnaufspause“ hatte, den ich eigentlich nur mit Zimmer putzen und mich einrichten verbracht habe, kam dann auch schon die Mama aus Los Angeles angeflogen. Und zwar ganz früh morgens, so dass ich hier in Puebla noch viel früher morgens los musste… Hat alles geklappt und Mum war erst mal ganz fasziniert von den modernen Bussen, die es heutzutage in Puebla gibt und nicht so wie vor dreißig Jahren, als sie das letzte Mal hier war und mit Hühnern und auf Holzbänken reisen musste. Nein nein… die Busse sind mit Klimaanlage (die meistens zu kalt eingestellt ist), Fernseher und Radio ausgestattet, was beides am besten gleichzeitig läuft.
Nach einem ruhigen ersten Tag und ein bisschen Puebla erkunden, durch die Straßen schlendern, auf dem Zocalo Kaffee trinken und Pozole essen (lecker Suppe mit Hühnchen, aufgequollenem Mais und Salat), sind wir tags darauf dann nach Cholula. Wieder ein Markt, der Mama total glücklich gemacht hat. Die Farben, die Früchte, das Angebot… bestimmt auch das Flair… Haben dann blaue Quesadillas mit Kürbisblüten und Pilzen gegessen, was jetzt schon so was wie ne Tradition ist. Cholula, Markt, Quesadillas…
Mit Tüten voller Einkäufe haben wir auch brav das Standardtouristenprogramm absolviert und die vom Grundriss her weltgrößte Pyramide angeguckt, was ja eigentlich nur noch ein grüner Berg mit Kirche obendrauf ist. Trotzdem ganz cool, weil man sozusagen in den Berg reingehen kann und das Tunnelsystem der Erbauer erkundet. Mama war begeistert und von oben hatten wir dann auch eine wunderschöne Aussicht auf die uns umgebenden Vulkane und Puebla. Und dann war es auch schon Weihnachten…
Trotz unserer tapferen Versuche ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, war es eben doch nicht das gleiche… wie denn auch… Mama in kurzer Hose und T-shirt unterwegs, draußen scheint die Sonne und wir hatten nicht mal Weihnachtsmusik. Aber dafür waren wir dann lecker Essen und haben eine kleine Bescherung gemacht. Nur der obligatorische Kirchgang hat gefehlt… aber immerhin haben wir es versucht und ein bisschen Stimmung kam dann doch auf, als wir „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“ geguckt haben. Fünf Frauen, zwei Flaschen Wein und ein Sofa…
Am ersten Feiertag haben wir dann die Ruhe genossen und ich versuchte verzweifelt, irgendein Internetcafé zu finden. Nichts. Die Straßen wie leer geblasen.
Tags darauf ging dann die Reise los. Zuerst nach Veracruz in die unendliche Hitze, wo wir von Daniel und seinem Kumpel abgeholt und in die Wohnung chauffiert wurden. Dann Meeresfrüchte essen und das Zentrum erkunden. Über den Zócalo schlendern, Kaffee trinken, die schöne alte Kirche bewundern und den Malecón am Meer entlang spazieren. Abends lecker Essen beim Argentinier wenigstens hat Mama was typisch Mexikanisches bestellt.
Am nächsten sind wir dann über Xalapa (Hauptstadt des Bundesstaates Veracruz) nach Coaltepec (ein süßer kleiner Ort mit Orchideen, umgeben von Hügeln mit Kaffeefeldern) und von dort dann weiter nach Xico, Wasserfälle angucken und die schöne Natur genießen. Leider hatte sich Mum in Coaltepec an einen Salat getraut und so war für sie die Übernachtfahrt nach Palenque nicht so angenehm. Aber sie hat sich tapfer gehalten und nachdem ich uns dann im Dschungel von Palenque auch eine Cabaña erkämpft hatte, konnte sie mittags sogar die Pyramiden besichtigen. Das Grab der „roten Königin“, der Tempel der Inschriften und eine kleine Dschungeltour. Auch wenn ich jetzt das dritte Mal in Palenque war, hatte ich nicht das Gefühl mich zu langweilen. Viel mehr habe ich jedes mal mehr das Gefühl, dass es noch soviel zu erfahren und erkunden gibt und ich war bis jetzt jedes mal zutiefst beeindruckt von dieser Ansammlung an prähispanischem Wissen.
Hab Mama ja nicht davor verschont, mitten im Dschungel zu wohnen, aber wenn man in Palenque ist, muss das einfach sein. Es gibt nichts schöneres, als dieses unendliche Grün, die Geräusche der Tiere, die angenehme Kühle und dann der erfrischende Regen, der von allen Blätter tropft…
Von Palenque aus haben Mum und ich dann die Wasserfalltour gemacht, die ich damals auch mit Franzi gemacht habe und die mich damals so beeindruckt hat. Also hatte ich natürlich nichts Besseres zu tun, als Mum die ganze Zeit von den unglaublichen Farben eines Flusslaufes zu erzählen. Und was mussten wir feststellen? Das die Zapatisten einfach mal eine der drei Stellen, die normalerweise auf dem Programm stehen, besetzt halten. Und dann natürlich die Schönste, von der ich Mum die ganze Zeit vorgeschwärmt habe… Aber ihr hats trotzdem gefallen. Ist auch wunderschön… So viel Natur… und Wasser… und blau… und grün…und ein paar Mexis, die ihre wenigen Tage Urlaub genießen…
Wikipedia sagt dazu:
Die Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN, deutsch: „Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung“) ist eine indigene Guerillaorganisation in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos, die am 1. Januar 1994 mit einem bewaffneten Aufstand erstmals öffentlich in Erscheinung trat und sich seitdem mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell sich gegen neoliberale Politik und für autonome Selbstverwaltung einsetzt.
Der Name ist eine Referenz an Emiliano Zapata, einen der historischen Führer der mexikanischen Revolution, in dessen Tradition sich die EZLN sieht. Daher werden sie auch Zapatistas (oder auf Deutsch „Zapatisten“) genannt.
War also ein schöner Tag, auch wegen unseres netten Busfahrers, der uns die ganze Zeit Sachen erzählt hat und an schönen Plätzen angehalten hat, damit Mama ihre Panorama Fotos machen konnte. Abends ging es dann gleich wieder weiter mit dem nächsten Nachtbus nach Mérida. An den Golf von Mexiko, nachdem wir in Palenque am Busbahnhof gerade noch den sintflutartigen Regenfällen entkommen konnten, die den ganzen Terminal unter Wasser gesetzt hatten…
Morgens in Mérida angekommen, sind wir dann gleich in unser Hostel und mit ein bisschen Charme und Überredungskunst konnte ich uns ein Zimmer mit Balkon und Sicht auf den Zócalo ergattern. Kam mir ein bisschen wie auf Kuba in Havanna vor. Hohe Decken, Stuck an den Wänden, Sonne und Leben…
Unseren ersten Tag in Mérida haben wir ganz ruhig verbracht, uns von der Busfahrt erholt, die Stadt erkundet und sind dann durch Zufall auf Karten für die Nussknackersuite gestoßen. Schöner Abend in einem fast leeren Theater. Den Tag darauf haben wir eine Flamingo-Tour mit Fisch-Mittagessen und Strandrumliegen gemacht. War schön ruhig und Mum konnte sich über die Flamingos freuen. Das schärfste an dem Tag war wohl das Paar, das mit uns im Boot saß. Deutsches Ehepaar, beide ein bisschen kräftiger und im kompletten Karmoflageoutfit… Mama und ich also überzeugt, dass die beiden doch bestimmt das erste Mal in der großen weiten Welt sind. Aber nein, wir sollten uns schwer getäuscht haben. Die beiden waren nämlich das Jahr zuvor in Costa Rica, davor in Columbien und davor auf einer Safari-Tour durch Halbafrika… Soviel zu unserer Menschenkenntnis.
Unser Flamingotag war gleichzeitig auch Silvester und so haben wir uns ein schönes Essen beim Italiener gegönnt und Mum hat sich schon frühzeitig zurückgezogen, sodass ich in das neue Jahr mit zwei Pärchen aus dem Hostel reingefeiert habe und danach noch einen Kumpel getroffen habe, den ich damals mit Franzi kennen gelernt hatte. War ein bisschen komisch, jemanden nach so langer Zeit wieder zu treffen, der so sehr mit einem Bild von Mexiko und einem Gefühlszustand von absoluter Freiheit verbunden ist… war auf jeden Fall nett, mich mal wieder mit ihm zu unterhalten.
Morgens ging es dann nach Chichen Itza weiter, mit einem Guide, dem man die Silvesternacht nicht nur ansah sondern auch „anroch“. War leider nicht so der Glückstreffer und so ging wohl ein bisschen der mathematischen Genialität an uns vorüber auch wenn wir ganz viel von neunen, siebenen und elfen gehört haben…
Bei der Tour war dann auch noch ein Kurzausflug zu einer Cenote dabei. Eine Cenote (Spanisch; Mayathan ts’ono’ot, in Ortsnamen meist dzonot) ist ein schachtartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist. Der Begriff stammt von den Maya der mexikanischen Halbinsel Yucatán, wo es mehr als 3000 Cenoten gibt. Sie besitzen im Durchschnitt eine Tiefe von etwa 20 Metern, vereinzelt auch von einigen 100 Metern. Cenoten entstehen in Karstgebieten. Durch die Auflösung des Kalkgesteins bilden sich Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Brechen die Decken dieser Höhlen ein, so entstehen Tagöffnungen, die bis zum Grundwasser reichen und sich mit Regenwasser füllen können. Heute ist bekannt, dass viele der Cenoten auf Yucatán mit dem vermutlich größten zusammenhängenden Höhlensystem der Welt in Verbindung stehen, das sich unter dem Boden der Halbinsel über eine Gesamtlänge von 133 Kilometern erstreckt. Die Gesamtlänge aller Höhlensysteme ist jedoch sehr viel größer. Bei der Erforschung wurden und werden die Cenoten als Einstiegslöcher für die Forscher genutzt. Daher betrachteten die Maya sie nicht zu Unrecht als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie als religiöse Opferstätten. Danach ging es weiter nach Tulum in ein bisschen alternatives Hostel, das aber immerhin direkt neben den Pyramiden liegt und Mum und ich somit morgens ganz früh sogar noch vor dem Frühstück die Pyramiden ohne die typischen Touristenanhäufungen genießen konnten. Daraufhin haben wir mit einem ganz lieben Taxifahrer auf eigene Faust eine Cenote in der Gegend erkundet und uns in eine andere Welt entführen lassen. Hab geschnorchelt und war einfach nur hin und weg, weil man sich wie an einem anderen Ort vorkommt. Alles total mystisch und irreal…
Sind dann in unsere Cabaña mit paradiesischer Meersicht eingezogen und haben noch ein bisschen das Meer und den Flair genossen. Ach… das Leben kann schon schön sein… Und dann war tags darauf auch schon Mums Geburtstag. Frühstück im Bett mit Meersicht und Wellenrauschen… was will man mehr? Eine Maya Spa Massage So hatte Mum ihren wohlverdienten RelaxGeburtstag und ich eine zufriedene und strahlende Reisepartnerin. Abends dann noch mal kurz umziehen in die Anlage daneben und eine noch paradiesischere Cabaña in Beschlag nehmen. Sooooooo wunderschön. Mit eigener Badebucht und wir haben jede Sekunde genossen…
Von Tulum ging es weiter nach Cancun und mit dem Boot nach Isla Mujeres. Und das war dann wohl ein Schock für Mum. Das ruhige Tulum mit seinen einsamen Stränden und der Ruhe und dann Isla Mujeres, das ein bisschen überlaufen von den lieben Nachbarn aus dem Norden ist. Noch dazu, dass Mum es vor dreizig Jahren nahezu einsam kennen lernte mit zwei Hotels; wenn überhaupt. Und heute? Der ganze Strand verbaut. Muss sagen, ich war auch ein bisschen geschockt, weil es damals mit Franzi sehr viel ruhiger zuging und kaum Touristen da waren. Nur ein paar Backpacker… Aber da hab ich wohl die Hauptsaison unterschätzt. Und trotzdem war es total schön, weil es ja dort das unglaubliche türkise Meer von Cancun gibt, es aber trotzdem noch ein bisschen ruhiger und gediegener als im Mallorca der Amis zugeht. Hatten unseren Privatstrand, auch wenn das Hotel ein bisschen unpersönlich war. Aber besser als Mehrbettzimmer, vor denen Mum geradezu panische Angst hatte. Hab sie aber davor verschohnt… Man muss es ja auch nicht gleich übertreiben bei der ersten Backpacker-Erfahrung. War ja schon ganz stolz auf sie, dass sie mit mir mit dem Rucksack unterwegs war.
Haben also unsere letzten Tage mit Sonnenbaden, Lesen und lecker Essen verbracht. Einen Tag haben wir die Insel per Roller unsicher gemacht, was mich an meine Baggerseezeiten erinnert hat und echt Spaß gemacht hat, zumal wir immer die lahmen Golfwagentouris überholen konnten. War auch schön, weil wir halten konnten, wo wir wollten, Aussicht genießen und an einer Stelle mit ganz vielen Fischen schwimmen und relaxen… Und tags darauf konnte ich dann auch endlich mal meine Tauchkenntnisse zum Einsatz bringen. War so schön und ich hab sogar Schildkröten gesehen, die ja ein Mitgrund für mich waren, mich vier Wochen lang in Tübingen Samstagmorgens um sieben ins Freibad zu quälen. Aber hat sich gelohnt. War echt schön…
Was auch noch cool war: Haben das Pärchen wieder getroffen, mit dem ich Silvester gefeiert hab und da wir uns alle so gut verstanden haben, haben wir uns dann zusammen an die Speiskarten gewagt und sogar ein paar Glückstreffer gelandet. Wohl vor allem Mama mit ihrer Fischplatte…
Schweren Herzens sind wir dann am letzen Tag mit dem Boot wieder nach Cancun zurück und haben noch ein letztes Mal wehmütig das türkise Meer betrachtet… War schon sehr schön. Hatten echt eine schöne Zeit, auch wenn es manchmal wegen Hochsaison und mexikanischer Mentalität nicht immer ganz einfach war. Und Mum und ich haben uns sogar die Zeit über besser verstanden, als ich gedacht hätte… Hätte gedacht, dass wir uns nach ein paar Tagen auf die Nerven gehen oder streiten. Aber nein… Hat alles geklappt und wir haben uns als Team glaub ich ganz gut ergänzt. Bin stolz auf meine Mama, dass sie das mitgemacht hat und stolz auf die daheim gebliebenen Männer, dass sie auch mitgemacht haben… und natürlich auf die Katze, die unter Mamas Abwesenheit wahrscheinlich am meisten gelitten hat...
Und damit uns der Abschied von der Karibik nicht so schwer viel hat dann in Cancun noch der Himmel zum Abschied geweint
Nachdem ich also einen Tag „Verschnaufspause“ hatte, den ich eigentlich nur mit Zimmer putzen und mich einrichten verbracht habe, kam dann auch schon die Mama aus Los Angeles angeflogen. Und zwar ganz früh morgens, so dass ich hier in Puebla noch viel früher morgens los musste… Hat alles geklappt und Mum war erst mal ganz fasziniert von den modernen Bussen, die es heutzutage in Puebla gibt und nicht so wie vor dreißig Jahren, als sie das letzte Mal hier war und mit Hühnern und auf Holzbänken reisen musste. Nein nein… die Busse sind mit Klimaanlage (die meistens zu kalt eingestellt ist), Fernseher und Radio ausgestattet, was beides am besten gleichzeitig läuft.
Nach einem ruhigen ersten Tag und ein bisschen Puebla erkunden, durch die Straßen schlendern, auf dem Zocalo Kaffee trinken und Pozole essen (lecker Suppe mit Hühnchen, aufgequollenem Mais und Salat), sind wir tags darauf dann nach Cholula. Wieder ein Markt, der Mama total glücklich gemacht hat. Die Farben, die Früchte, das Angebot… bestimmt auch das Flair… Haben dann blaue Quesadillas mit Kürbisblüten und Pilzen gegessen, was jetzt schon so was wie ne Tradition ist. Cholula, Markt, Quesadillas…
Mit Tüten voller Einkäufe haben wir auch brav das Standardtouristenprogramm absolviert und die vom Grundriss her weltgrößte Pyramide angeguckt, was ja eigentlich nur noch ein grüner Berg mit Kirche obendrauf ist. Trotzdem ganz cool, weil man sozusagen in den Berg reingehen kann und das Tunnelsystem der Erbauer erkundet. Mama war begeistert und von oben hatten wir dann auch eine wunderschöne Aussicht auf die uns umgebenden Vulkane und Puebla. Und dann war es auch schon Weihnachten…
Trotz unserer tapferen Versuche ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, war es eben doch nicht das gleiche… wie denn auch… Mama in kurzer Hose und T-shirt unterwegs, draußen scheint die Sonne und wir hatten nicht mal Weihnachtsmusik. Aber dafür waren wir dann lecker Essen und haben eine kleine Bescherung gemacht. Nur der obligatorische Kirchgang hat gefehlt… aber immerhin haben wir es versucht und ein bisschen Stimmung kam dann doch auf, als wir „Aschenbrödel und die drei Haselnüsse“ geguckt haben. Fünf Frauen, zwei Flaschen Wein und ein Sofa…
Am ersten Feiertag haben wir dann die Ruhe genossen und ich versuchte verzweifelt, irgendein Internetcafé zu finden. Nichts. Die Straßen wie leer geblasen.
Tags darauf ging dann die Reise los. Zuerst nach Veracruz in die unendliche Hitze, wo wir von Daniel und seinem Kumpel abgeholt und in die Wohnung chauffiert wurden. Dann Meeresfrüchte essen und das Zentrum erkunden. Über den Zócalo schlendern, Kaffee trinken, die schöne alte Kirche bewundern und den Malecón am Meer entlang spazieren. Abends lecker Essen beim Argentinier wenigstens hat Mama was typisch Mexikanisches bestellt.
Am nächsten sind wir dann über Xalapa (Hauptstadt des Bundesstaates Veracruz) nach Coaltepec (ein süßer kleiner Ort mit Orchideen, umgeben von Hügeln mit Kaffeefeldern) und von dort dann weiter nach Xico, Wasserfälle angucken und die schöne Natur genießen. Leider hatte sich Mum in Coaltepec an einen Salat getraut und so war für sie die Übernachtfahrt nach Palenque nicht so angenehm. Aber sie hat sich tapfer gehalten und nachdem ich uns dann im Dschungel von Palenque auch eine Cabaña erkämpft hatte, konnte sie mittags sogar die Pyramiden besichtigen. Das Grab der „roten Königin“, der Tempel der Inschriften und eine kleine Dschungeltour. Auch wenn ich jetzt das dritte Mal in Palenque war, hatte ich nicht das Gefühl mich zu langweilen. Viel mehr habe ich jedes mal mehr das Gefühl, dass es noch soviel zu erfahren und erkunden gibt und ich war bis jetzt jedes mal zutiefst beeindruckt von dieser Ansammlung an prähispanischem Wissen.
Hab Mama ja nicht davor verschont, mitten im Dschungel zu wohnen, aber wenn man in Palenque ist, muss das einfach sein. Es gibt nichts schöneres, als dieses unendliche Grün, die Geräusche der Tiere, die angenehme Kühle und dann der erfrischende Regen, der von allen Blätter tropft…
Von Palenque aus haben Mum und ich dann die Wasserfalltour gemacht, die ich damals auch mit Franzi gemacht habe und die mich damals so beeindruckt hat. Also hatte ich natürlich nichts Besseres zu tun, als Mum die ganze Zeit von den unglaublichen Farben eines Flusslaufes zu erzählen. Und was mussten wir feststellen? Das die Zapatisten einfach mal eine der drei Stellen, die normalerweise auf dem Programm stehen, besetzt halten. Und dann natürlich die Schönste, von der ich Mum die ganze Zeit vorgeschwärmt habe… Aber ihr hats trotzdem gefallen. Ist auch wunderschön… So viel Natur… und Wasser… und blau… und grün…und ein paar Mexis, die ihre wenigen Tage Urlaub genießen…
Wikipedia sagt dazu:
Die Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN, deutsch: „Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung“) ist eine indigene Guerillaorganisation in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos, die am 1. Januar 1994 mit einem bewaffneten Aufstand erstmals öffentlich in Erscheinung trat und sich seitdem mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell sich gegen neoliberale Politik und für autonome Selbstverwaltung einsetzt.
Der Name ist eine Referenz an Emiliano Zapata, einen der historischen Führer der mexikanischen Revolution, in dessen Tradition sich die EZLN sieht. Daher werden sie auch Zapatistas (oder auf Deutsch „Zapatisten“) genannt.
War also ein schöner Tag, auch wegen unseres netten Busfahrers, der uns die ganze Zeit Sachen erzählt hat und an schönen Plätzen angehalten hat, damit Mama ihre Panorama Fotos machen konnte. Abends ging es dann gleich wieder weiter mit dem nächsten Nachtbus nach Mérida. An den Golf von Mexiko, nachdem wir in Palenque am Busbahnhof gerade noch den sintflutartigen Regenfällen entkommen konnten, die den ganzen Terminal unter Wasser gesetzt hatten…
Morgens in Mérida angekommen, sind wir dann gleich in unser Hostel und mit ein bisschen Charme und Überredungskunst konnte ich uns ein Zimmer mit Balkon und Sicht auf den Zócalo ergattern. Kam mir ein bisschen wie auf Kuba in Havanna vor. Hohe Decken, Stuck an den Wänden, Sonne und Leben…
Unseren ersten Tag in Mérida haben wir ganz ruhig verbracht, uns von der Busfahrt erholt, die Stadt erkundet und sind dann durch Zufall auf Karten für die Nussknackersuite gestoßen. Schöner Abend in einem fast leeren Theater. Den Tag darauf haben wir eine Flamingo-Tour mit Fisch-Mittagessen und Strandrumliegen gemacht. War schön ruhig und Mum konnte sich über die Flamingos freuen. Das schärfste an dem Tag war wohl das Paar, das mit uns im Boot saß. Deutsches Ehepaar, beide ein bisschen kräftiger und im kompletten Karmoflageoutfit… Mama und ich also überzeugt, dass die beiden doch bestimmt das erste Mal in der großen weiten Welt sind. Aber nein, wir sollten uns schwer getäuscht haben. Die beiden waren nämlich das Jahr zuvor in Costa Rica, davor in Columbien und davor auf einer Safari-Tour durch Halbafrika… Soviel zu unserer Menschenkenntnis.
Unser Flamingotag war gleichzeitig auch Silvester und so haben wir uns ein schönes Essen beim Italiener gegönnt und Mum hat sich schon frühzeitig zurückgezogen, sodass ich in das neue Jahr mit zwei Pärchen aus dem Hostel reingefeiert habe und danach noch einen Kumpel getroffen habe, den ich damals mit Franzi kennen gelernt hatte. War ein bisschen komisch, jemanden nach so langer Zeit wieder zu treffen, der so sehr mit einem Bild von Mexiko und einem Gefühlszustand von absoluter Freiheit verbunden ist… war auf jeden Fall nett, mich mal wieder mit ihm zu unterhalten.
Morgens ging es dann nach Chichen Itza weiter, mit einem Guide, dem man die Silvesternacht nicht nur ansah sondern auch „anroch“. War leider nicht so der Glückstreffer und so ging wohl ein bisschen der mathematischen Genialität an uns vorüber auch wenn wir ganz viel von neunen, siebenen und elfen gehört haben…
Bei der Tour war dann auch noch ein Kurzausflug zu einer Cenote dabei. Eine Cenote (Spanisch; Mayathan ts’ono’ot, in Ortsnamen meist dzonot) ist ein schachtartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist. Der Begriff stammt von den Maya der mexikanischen Halbinsel Yucatán, wo es mehr als 3000 Cenoten gibt. Sie besitzen im Durchschnitt eine Tiefe von etwa 20 Metern, vereinzelt auch von einigen 100 Metern. Cenoten entstehen in Karstgebieten. Durch die Auflösung des Kalkgesteins bilden sich Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Brechen die Decken dieser Höhlen ein, so entstehen Tagöffnungen, die bis zum Grundwasser reichen und sich mit Regenwasser füllen können. Heute ist bekannt, dass viele der Cenoten auf Yucatán mit dem vermutlich größten zusammenhängenden Höhlensystem der Welt in Verbindung stehen, das sich unter dem Boden der Halbinsel über eine Gesamtlänge von 133 Kilometern erstreckt. Die Gesamtlänge aller Höhlensysteme ist jedoch sehr viel größer. Bei der Erforschung wurden und werden die Cenoten als Einstiegslöcher für die Forscher genutzt. Daher betrachteten die Maya sie nicht zu Unrecht als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie als religiöse Opferstätten. Danach ging es weiter nach Tulum in ein bisschen alternatives Hostel, das aber immerhin direkt neben den Pyramiden liegt und Mum und ich somit morgens ganz früh sogar noch vor dem Frühstück die Pyramiden ohne die typischen Touristenanhäufungen genießen konnten. Daraufhin haben wir mit einem ganz lieben Taxifahrer auf eigene Faust eine Cenote in der Gegend erkundet und uns in eine andere Welt entführen lassen. Hab geschnorchelt und war einfach nur hin und weg, weil man sich wie an einem anderen Ort vorkommt. Alles total mystisch und irreal…
Sind dann in unsere Cabaña mit paradiesischer Meersicht eingezogen und haben noch ein bisschen das Meer und den Flair genossen. Ach… das Leben kann schon schön sein… Und dann war tags darauf auch schon Mums Geburtstag. Frühstück im Bett mit Meersicht und Wellenrauschen… was will man mehr? Eine Maya Spa Massage So hatte Mum ihren wohlverdienten RelaxGeburtstag und ich eine zufriedene und strahlende Reisepartnerin. Abends dann noch mal kurz umziehen in die Anlage daneben und eine noch paradiesischere Cabaña in Beschlag nehmen. Sooooooo wunderschön. Mit eigener Badebucht und wir haben jede Sekunde genossen…
Von Tulum ging es weiter nach Cancun und mit dem Boot nach Isla Mujeres. Und das war dann wohl ein Schock für Mum. Das ruhige Tulum mit seinen einsamen Stränden und der Ruhe und dann Isla Mujeres, das ein bisschen überlaufen von den lieben Nachbarn aus dem Norden ist. Noch dazu, dass Mum es vor dreizig Jahren nahezu einsam kennen lernte mit zwei Hotels; wenn überhaupt. Und heute? Der ganze Strand verbaut. Muss sagen, ich war auch ein bisschen geschockt, weil es damals mit Franzi sehr viel ruhiger zuging und kaum Touristen da waren. Nur ein paar Backpacker… Aber da hab ich wohl die Hauptsaison unterschätzt. Und trotzdem war es total schön, weil es ja dort das unglaubliche türkise Meer von Cancun gibt, es aber trotzdem noch ein bisschen ruhiger und gediegener als im Mallorca der Amis zugeht. Hatten unseren Privatstrand, auch wenn das Hotel ein bisschen unpersönlich war. Aber besser als Mehrbettzimmer, vor denen Mum geradezu panische Angst hatte. Hab sie aber davor verschohnt… Man muss es ja auch nicht gleich übertreiben bei der ersten Backpacker-Erfahrung. War ja schon ganz stolz auf sie, dass sie mit mir mit dem Rucksack unterwegs war.
Haben also unsere letzten Tage mit Sonnenbaden, Lesen und lecker Essen verbracht. Einen Tag haben wir die Insel per Roller unsicher gemacht, was mich an meine Baggerseezeiten erinnert hat und echt Spaß gemacht hat, zumal wir immer die lahmen Golfwagentouris überholen konnten. War auch schön, weil wir halten konnten, wo wir wollten, Aussicht genießen und an einer Stelle mit ganz vielen Fischen schwimmen und relaxen… Und tags darauf konnte ich dann auch endlich mal meine Tauchkenntnisse zum Einsatz bringen. War so schön und ich hab sogar Schildkröten gesehen, die ja ein Mitgrund für mich waren, mich vier Wochen lang in Tübingen Samstagmorgens um sieben ins Freibad zu quälen. Aber hat sich gelohnt. War echt schön…
Was auch noch cool war: Haben das Pärchen wieder getroffen, mit dem ich Silvester gefeiert hab und da wir uns alle so gut verstanden haben, haben wir uns dann zusammen an die Speiskarten gewagt und sogar ein paar Glückstreffer gelandet. Wohl vor allem Mama mit ihrer Fischplatte…
Schweren Herzens sind wir dann am letzen Tag mit dem Boot wieder nach Cancun zurück und haben noch ein letztes Mal wehmütig das türkise Meer betrachtet… War schon sehr schön. Hatten echt eine schöne Zeit, auch wenn es manchmal wegen Hochsaison und mexikanischer Mentalität nicht immer ganz einfach war. Und Mum und ich haben uns sogar die Zeit über besser verstanden, als ich gedacht hätte… Hätte gedacht, dass wir uns nach ein paar Tagen auf die Nerven gehen oder streiten. Aber nein… Hat alles geklappt und wir haben uns als Team glaub ich ganz gut ergänzt. Bin stolz auf meine Mama, dass sie das mitgemacht hat und stolz auf die daheim gebliebenen Männer, dass sie auch mitgemacht haben… und natürlich auf die Katze, die unter Mamas Abwesenheit wahrscheinlich am meisten gelitten hat...
Und damit uns der Abschied von der Karibik nicht so schwer viel hat dann in Cancun noch der Himmel zum Abschied geweint
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