Dienstag, 19. Mai 2009

Abschiedsparty

Fiesta


da caro und ich ja bald gehen (caro noch viel eher als ich) und bevor sich all unsere freunde in die ferien begeben, haben wir relativ spontan noch eine abschiedsparty gemacht...
jetzt habt ihr mal eine idee von meinen leuten und ein bisschen auch von der wohnung...

Sonntags

Sonntags


Von meinem Arbeitskollegen Gau (Gaudencio) wurden wir sonntags aufs Familienfest mit anschließendem Dorffest und Rodeo eingeladen. Superliebe Familie, mega gastfreundlich, lecker Essen und sehr sehr typsiches Dorf...

Samstag, 2. Mai 2009

Oaxaca-Trip

Oaxaca

In Oaxaca leben 3,51 Mio. Menschen. Er beherbergt über 16 verschiedene Volksgruppen und ist daher einer der multikulturellsten Bundesstaaten.Oaxaca, einer der ärmsten Bundesstaaten Mexikos, wurde in einen Konflikt verwickelt, der nun schon mehrere Jahre andauert. Der Konflikt schwelt hauptsächlich in der Hauptstadt Oaxaca und wird dort maßgeblich von der Volksversammlung der Völker Oaxacas (APPO) organisiert. Die APPO fordert einen Rücktritt des Gouverneurs des Staates, Ulises Ruiz Ortiz. Ruiz wird vorgeworfen, durch Wahlbetrug an die Macht gekommen zu sein und den Bundesstaat korrupt zu regieren (so langsam frage ich mich echt, ob es auch einen Politiker gibt, der mit legalen Mitteln an die Macht kam. Der Gouverneur von Veracruz zum Beispiel hat dieses Amt inne, da er sich von einer Gruppe helfen lies, die Zetas heißen, den Drogemarkt an der Golfküste kontrollieren und Schutzgeldforderungen an Restaurantbesitzer und Diskothekenbesitzer abgeben. Zum Glück gehört dem Gouverneur ja die größte und "coolste" Disko. Muss wenigstens er kein Schutzgeld zahlen...)
Zurück zu Oaxaca: Durch seine komplizierte Geographie ist Oaxaca einer der Bundesstaaten, der viele unterschiedliche Klimazonen hat. Von eisigen Berggipfeln über die heißen, trockenen Wüstenregionen bis zur tropisch-warmen Küste ist alles anzutreffen.
Die erste sesshafte Besiedlung des fruchtbaren Oaxaca-Tals, einer Hochebene, die zahlreiche Höhlen aufweist, wird von US-amerikanischen Forschern durch Radiokohlenstoffdatierung auf ca. 1500 v.Chr. datiert. Wahrscheinlich waren die ersten Siedler Olmeken.
Circa um 200 v.Chr. wurde der Berggipfel von Monte Albán (weißer Berg) wahrscheinlich von Zapoteken abgetragen und die ersten Tempel wurden errichtet. Zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. dehnten sie ihren Einfluss auf ganz Oaxaca aus.
Zwischen 300 und 700 war die Stadt auf ihrem Höhepunkt und die Zapoteken beherrschten von dort aus ihr ganzes Reich in Mittelamerika. Nachdem die Zapoteken aus unbekannten Gründen um 950 Monte Albán verließen, wurde es von den Mixteken übernommen. 1458 besetzten die Azteken unter Moctezuma I Oaxaca. Der Nachfolger Moctezumas I errichtete einen Militärposten und die gesamte Region geriet in die Tributpflicht der Azteken.
Der spanische Eroberer Hernán Cortés eroberte 1521 das Tal von Oaxaca und bekam es 1528 von König Karl V. als Dank für die Eroberung Mexikos geschenkt. Dies machte ihn zu einen der reichsten Adligen Spaniens und er bekam den Titel "Marqués del Valle de Oaxaca". Im Jahre 1544 wurde mit dem Bau der Kathedrale in Oaxaca Stadt begonnen. 1812 wurde Oaxaca durch die Rebellen um José María Morelos eingenommen. Von 1847 bis 1852 war der spätere mexikanische Präsident Benito Juárez Gouverneur von Oaxaca. Sein bedeutendstes Zitat lautet „El respeto al derecho ajeno es la paz“, was so viel bedeutet wie „Friede ist der Respekt gegenüber dem Recht des Nächsten“. Dieser Satz ist auch in überdimensionalen Lettern auf einem Berg der Hauptstadt angebracht.

Soviel zum kulturellen Teil. Jetzt zu unserem Ostertrip...
Nach einer etwas anstrengenden Fahrt, kamen wir dann in Oaxaca-Stadt an. Bis jetzt eine der schönsten Städte, die ich hier entdecken durfte. Schöne Fußgängerzone, schöne Plätze, schöne Kirche, coole Läden, rießiger Markt, nette Menschen und an allen Ecken Mezcal. Das Getränk Oaxacas und sowas wie der Gegenpart zum Tequila. Beides aus Agaven, wobei man beim Mezcal aber nicht so streng ist wie beim Tequila und man auch andere als die Blaue benutzen darf. Markenzeichen ist der Wurm im Mezcal, was eigentlich eine Mottenraupe der Gattung Megathymus aus der Familie der Dickkopffalter ist und als Marketinggag gedacht war. Hat ganz gut geklappt und ist jetzt nicht mehr wegzudenken... Da wir das Wochenende vor Ostern in Oaxaca-Stadt waren, haben wir nicht nur einen Palmsonntagsumzug, sondern auch ein Konzert auf dem Zocalo miterleben dürfen. Sehr schön. Klassische europäische Komponisten. Schön... im Schatten mit ein bisschen Sonntagsmelancholie... und dann sind auch mal wieder zwei Welten aufeinander geprasst, denn für manche Mexis gehört Respekt vor der Musik und den Künstlern nicht umbedingt zur Allgemeinbildung. Also während der Stücke rumrücken, aufstehen, Sachen verkaufen und natürlich sich lautstark unterhalten. Irgendwann wurde es mir dann zu viel, als eine Marktfrau mit ihren Gütern auf dem Kopf sich mit ihrer Freundin hinter uns setzte und eindeutig nicht an der Musik sondern an der Sitzgelegenheit und Klatschaustauschmöglichkeit interessiert war. Und zwar in einer Lautstärke, dass ich ein ganzes Stück verpasst habe. Also versuchte ich, sie nett darauf hinzuweisen, dass ich doch gerne der Musik zu hören würde. Könnte ich doch, war ihre nette Antwort mit abfälligem Blick. Aber nicht wenn sie so rumschreit... war dann meine Antwort. Und daraufhin war dann auch ein paar Minuten Ruhe bis das nächste Omapärchen ankam und ich keinen Nerv mehr hatte und Daniel und ich auf den Markt gezogen sind...
Montags dann mal wieder ein Vocho-Zwischenfall, Monte Alban angucken und Caro einsammeln. Monte Alban war sehr sehr beeindruckend. Weiter oben ist ja schon der kulturgeschichtliche Teil dargestellt. Aber wenn man erst mal dort ist, ist meiner Meinung die Aussicht und die Weite das wirkliche Beeindruckende. Man hat Aussicht auf die angrenzenden Täler und fühlt sich ein bisschen wie auf dem Dach der Welt mit den erhabenen Pyramiden und Relikten.
Danach sind wir die Nacht durchgefahren bis Puerto Escondido und haben morgens, als wir ankamen und unser Zimmer noch nicht beziehen konnten, noch ein paar Stunden im Auto geschlafen... und uns dann von den Preisen schocken lassen. Durch die Osterferien sind die Preise einfach mal aufs doppelte angestiegen... Wie krass... und es war ein bisschen überlaufen... Haben dann aber noch den Tag genossen und am nächsten die ein entfernteren einsamen Strände aufgesucht. Schön... Nur zu viele Leute. Also sind wir weiter nach Mazunte. Ein kleines Hippie-Dorf. Und selbst das war Überlaufen mit seiner Hauptstraße aus fesgetretenem Dreck. Naja. Wenigstens nicht so arg wie Puerto... Und nachdem wir dann auch ein einfaches aber dafür billiges Zimmer gefunden haben, ging es gleich wieder ans Meer, wo wir dann auch durch Zufall Alicia mit Julio getroffen haben. Muss noch erwähnen, dass das Zimmer mit "Familienanschluss" war. Hühner die auf den Vocho scheißen und "Restaurant" von wo morgens schon eine Knoblauchfahne zu uns geweht ist. Aber war ja auch egal. Waren ja nur zum Schlafen dort.
Also zwei Tage Meer mit abends Essen am Strand, weil es ganz viele Strandbars gibt, die einfach Stühle und Tische in den Sand stellen und Essen mit jede Menge Mezcal anbieten. Oh! Hab ja unsere Mezcalkneipe in Puerto vergessen. Gegenüber vom Hostel (sehr praktische Lage) mit nettem Besitzer, der es als seine Berufung versteht, doofen Touristen die Kultur des Mezcaltrinkens näher zu bringen. Also nicht auf Ex! Sondern in Schlucken. Zum Genießen... Und alle möglichen Geschmacksrichtungen ausprobieren war jawohl ein Muss: Crema de Café, Crema de Mango, de Maracuja, Mezcal blanco de Pechuga (mit Hühnchen drin!!!), usw...
Und Mazatlan ist eben voll mit Hippies. Sehr süß... Verkaufen ihren selbstgebastelten Schmuck und genießen das Leben... und laut Alicia hat sie noch nie soviele schwangere Frauen am Strand gesehen. Was soll man da auch anderes machen? Gibt weder Handyempfang noch Internet noch sonst was. Das Leben spielt sich am Strand ab. Und das ist auch gut so... Glaub in ein paar Jahren, wird es genauso überlaufen werden, wie die anderen Orte um es herum. Hab nämlich ne nette Ladenbesitzerin, die sich darüber gewundert hat, dass hier auf einmal so viele Güerros auftauchen, darüber aufgeklärt, dass ihr süßer Ort sowas wie der Geheimtipp im Lonely Planet ist. Und was das aus einem Ort macht, können meine Eltern ja anhand der Cinque Terre erklären....
Samstagsmorgens sind wir dann mit nem Boot rausgefahren auf der Suche nach Walen und Delphinen... Das Schicksal hat sich gegen mich verschwohren. Wieder nichts mit Wale gucken. Dafür ein paar Schildkröten und ein bisschen Schnorcheln. Danach Duschen, Mittagessen und den langen und vor allem kurvigen Weg zurück nach Oaxaca Stadt antreten. Hui. Wat ne Strecke... Aber sehr schön. Zum Glück hab ich beim kurvigsten Teil geschlafen... und dann konnte ich auch die endlosen Wälder und Täler genießen. Oh! Und ich muss euch gestehen, ich habe eine neue Sucht: Alebrijes! Die wunderschönen bunten Fantasietiere, die aus Oaxacas Märkten nicht wegzudenken sind. Sooooooo schön!
Was auch noch interessant war, das wir unterwegs ganz viele Familien getroffen haben, die es sich zum Teil auf der Ladefläche gemütlich gemacht hatten und auf dem Weg zu einer Jungfrau waren. Da waren wirklich Massen unterwegs. Und vorallem auch zum Teil in krassen Zuständen. Mit Decken für die Nacht ausgerüstet auf der Ladefläche oder auch stehend. Ist schon krass, was hier so ein tiefer Glaube alles bewirkt. Unterwegs wurden wir auch immer mal wieder zwangsangehalten. Aber nicht um ausgeraubt zu werden (wie es früher auf der Strecke gang und geben war), sondern um für das Fest des Ortsheiligen zu spenden. Und zwar macht man das ganz einfach hier: Ein Seil über die Straße spannen und trotz vehementen Winkens nicht senken. Sehr effektiv...
Nachdem wir dann mehr oder weniger fertig abends in Oaxaca-Stadt ankamen, haben wir Sonntags noch unseren letzten Urlaubstag genossen (musste Montags ja wieder arbeiten) und sind dann mit Unterbrechungen (siehe Vocho-Abenteuer) wieder in unser Puebla zurückgekehrt.