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Traumhafte Strände, Kolonialkultur und wunderschöne grüne Wälder. Das bedeutet Puerto Rico für mich. Aber auch freundliche Menschen, die immer ein Lächeln auf den Lippen haben und uns mit ihrer Gastfreundschaft mehr als einmal beeindruckten...
Nachdem Esther und mein Zusammentreffen am Flughafen in PR nicht wirklich geklappt hatte (Esther hatte ihren Anschlussflug wegen Unwetter in Amiland nicht bekommen), bin ich dann also alleine zu unserem Hotel im historischen Zentrum der Hauptstadt (San Juan) getingelt, wo mich dann auch gleich die nächste böse Überraschung erwartete. Stromausfall... Zuerst keine Freundin am Flughafen, dann kein Strom und dass alles nachts um elf in einer fremden Stadt... Aber zum Glück waren die vom Hotel supernett und so konnte ich dann für den gleichen Preis in einem viel schöneren Hotel einchecken, dass auch nur einmal um die Ecke gelegen war. Sehr schön... Also nachts noch was zu essen suchen, was in Old San Juan gar nicht so einfach ist... Sogar der Mac Donald´s schliesst um zehn...
Am nächsten Tag habe ich dann erst mal das historische Zentrum erkundet. Wunderschön. Der Baustil hat mich zwar schwer an Puebla erinnert (ist ja auch nicht anders zu erwarten gewesen), dafür hatte ich aber den Eindruck, dass alles ein bisschen sauberer, geordneter und sicherer zuging. Bei mir hat sich dann also in den zwei Wochen ein Dauergrinsen im Gesicht breit gemacht, was nur getrübt wurde, wenn mich mal wieder jemand für eine Gringa hielt. Mittags sind Esther und ich dann auch endlich aufeinander getroffen und sind erst mal los, was zu Essen suchen. Natürlich etwas typisches. Sind dann auch in einem netten Restaurant gelandet, wo es Mofongo gab. Bananenmasse mit Fleisch und Soße. War lecker. Wenn auch ein bisschen fettig, was uns einen Vorgeschmack auf unsere anderen Versuche gab, einhemisches Essen zu probieren. Historisch gesehen hat San Juan einiges zu bieten, ist ja immerhin nach der domenikanischen Republik, als nächstes von den Spaniern besiedelt worden. Es gibt ein altes Fort (el Morro), ein Castillo de San Cristobal, eine alte Kathedrale, die zweitälteste Kirche des amerikanischen Kontinents und viel kleine Gassen mit hübschen Häusern in verschiedenen Farben und mit Balkonen.
Am zweiten Tag haben wir dann die Bacardi-Fabrik besichtigt. Wieder was dazu gelernt: Bacardi: Spanischer Auswanderer in Kuba, der den ersten klaren Rum aus Zuckerrohr destiliert. Viel Geld gemacht und unter anderem Cocktails wie Cuba Libre (Bacardi mit Coca Cola) erfunden, was ein bisschen komisch ist, weil das bekannteste Bacardi getränk mit Cola gemischt wird, dem Amigetränk schlechthin, was ja für Kuba eher ein rotes Tuch ist. Deswegen vermute ich auch, dass der Cocktail erfunden wurde, bevor Bacardi mit seinem ganzen Hab und Gut aus Havana geflüchtet ist, als die typische sozialistische Enteignung von statten ging (anfangs noch ein großer Fan von Fidel, wollte der gute Familienclan dann doch nicht mehr hinter den sozilistischen Idealen stehen, als es an die eigenen Güter ging). Deswegen ist der Hauptsitz jetzt in Puerto Rico, die Familie stinkreich und die Führung schrecklich langweilig. Nicht so wie damals in Tequila... wo wir zwischen Agaven rumgeklettert sind und der Masse beim Gären zugegeuckt haben. Nein. Alles schön auf die Masse an amerikanischen Touris zurechtgeschnitten, die von ihrem Kreuzfahrtschiff runterklettern. Man setzt sich in ein kleines Auto, was einen dann zu einem Gebäude bringt. Dann kurz ein paar Bilder angucken, Film anschauen (für Dumme), nachgestelltes Büro anschauen, verschiedene Bacardiproduktionsschritte riechen und am Schluss in einem futuristischen Raum mit vielen Bacardiflaschen ein gute Laune-Video drehen, dass nie per email ankommt... Naja. Esther und ich waren also ein bisschen enttäuscht und haben uns dann mit den zwei frei-Cocktails getröstet. Nichts Produktion anschauen, bloß keine Fragen stellen und immer schön ja sagen, wenn sie fragen „did u like it?“. Wenigstens hat das ganze nichts gekostet und der Alkohol war umsonst. Nach dieser ernüchternden Erfahrung sind wir dann vom Zentrum aus an den nächsten Strand spaziert. Playa Escambrou und haben auf dem Weg dorthin schon mal einen ersten Eindruck von der anderen Seite PR bekommen. Ein Massenprotest, der das ganze öffentliche Leben lahm gelegt hat. Den Grund dafür haben wir erst später erfahren: der Governeur hat einfach mal 30000 staatliche Angestellte aus Einsparmasnahmen entlassen. Einfach so... und dass ist schon ein bisschen krass... 30000. Wenn man sich mal überlegt. Das sind fast so viele Leute, wie in Lahr wohnen. Und die sind jetzt alle ohne Arbeit... und wahrscheinlich hängen bei den meisten noch Familien mit dran.
Abends haben wir dann noch das Nachtleben erkundet, wobei der In-Club direkt neben unserem Hotel lag: Sehr praktisch... wurden wegen des Lärms nämlich in eine Suite verlegt (immernoch zum gleichen Preis yeah yeah yeah) und mussten einfach nur die Treppe runter, Tür raus, Club rein, Treppe hoch, tanzen und dann das ganze wieder zurück. Praktisch.
Nachdem wir am nächsten Morgen dann wehmütig unser Zimmer mit Balkon verlassen haben, mussten wir uns auf die Suche nach einem Auto begeben. Gar nicht so einfach, aber notwendig, da in PR das Bussystem mehr als unzureichend ist, da hier mal wieder der Amieinfluss durchkommt und einfach alle ein dickes Auto haben. Bus also nicht notwendig ist und ich als Mexiko-verwöhnte-Bus-tourerin ein bisschen geschockt. Abends wollten wir dann eigentlich unser Zelt in El Yunque, ein kleiner Nationalpark, schon aufgeschlagen haben. Hat aber alles nicht so geklappt, da unsere Essenssuche unterwegs länger dauerte, wir uns dank eines hilfsbereiten Bettlers verfahren hatten und dann auch noch die Distanzen schwer überschätzten und einfach mal an der Abbiegung vorbei gefahren sind, weil wir dachten, dass es ja nicht sein kann, dass es so nah ist. Jedenfalls war der Park dann schon zu, als wir endlich ankamen und wir sind dann auf den nächsten Campingplatz am Meer ausgewichen. Auch keine schlechte Option. Zwei Nächte: Zwanzig Dollar für zwei Personen. Also um einiges billiger als Old San Juan. Da wir ausserhalb der Saison unterwegs waren und anständige Touris ja scheinbar nicht campen, waren wir auf dem Campingplatz allein mit lauter pr-Familien, die den ganzen Abend und die Nacht hindurch nur Salsa am laufenden Band hörten. Zur Entschädigung war der unendlich lange Strand aber einfach nur 50 Meter entfernt und so frühstückten wir am Strand, bevor wir dann mit unserer Wandertour begannen. Mit Umwegen sind wir dann auch an unserem Ziel (dem Gipfel) angekommen. Waren insgesamt fünf Stunden am fleißig maschieren und zum Glück hat es nur die letzte halbe Stunde im Regenwald geregnet. Eigentlich hätte uns die Aussicht entschädigen müssen... aber nein... Es musste ja neblig sein. Und so Kommentare wie „unglaubliche Aussicht über die ganze Insel“ von anderen, die früher schon mal dort waren, haben nicht unbedingt geholfen... Der Tag war trotzdem wunderschön. So viel Natur und grün hatte ich ziemlich vermisst und der Smog und Rauch und das Grau Pueblas war mir in den letzten Wochen ziemlich auf die Nerven gegangen. Deswegen war es auch nicht so schlimm, dass wir keine kilometerweite Sicht hatten. Der Weg war das Ziel und der war wunderschön grün und frisch. Und außerdem hatten Esther und ich so auch die Möglichkeit ausführlich zu reden. Wir studieren zwar fast das gleiche, aber kennengelernt haben wir uns erst beim Marketingtutorium und bei den Klausurkorrekturen und die Idee nach PR zu gehen, war mehr als spontan. Hätte auch schief gehen können und anfangs dachte ich ja: ohje... hoffentlich klappt das alles. Im Endeffekt muss ich sagen ich glaube wir hätten es nicht besser treffen können. War echt ein wunderschöner Urlaub: stressfrei, harmonisch und doch ab un zu kleine Abenteuer, die zu Anekdoten wurden.
Als wir dann abends zu unserem Zelt zurückkamen blieb mir erst mal das Herz stehen. Was machen denn die zwei Klappstühle vor unserem bescheidenen Heim?
Von unseren Nachbarn, mit denen wir vor Aufbruch einen kleinen Schwatz hielten (wobei es immer von Vorteil war, dass ich Spanisch kann, weil das den PR um einiges sympathischer ist. Wenn man dann noch erwähnt, dass wir Deutsche sind...hui), hatten wir zwei Klapptsühle mit puerto-ricanischer Flagge geschenkt bekommen, um zu sehen, wie wunderschön dieses Land ist... Esther und ich waren unendlich gerührt.
Am nächsten Morgen haben wir dann noch ein bisschen unseren Privatstrand genossen, da kaum mehr Leute da waren wegen Wochenbeginn und haben uns dann schweren Herzens auf den Weg nach Mayagüez gemacht. Mit Umweg über die Ruta Panoramica (schön aber nichts für anfällige Mägen), Stopp in einem Dorf mit Spanferkel und lecker einheimischen Gemüse (größtenteils irgendwelche kartoffelartigen Wurzeln mit undefinierbarem Geschmack), kleine Tour durch Ponce, die Hauptstadt der anderen Seite der Insel und Ziel in einem verregneten Mayagüez bei Javier. Javier ist Receptionist in unserem Hotel und unter der Woche Student in Mayagüez. Die Möglichkeit umsonst auf seinem Dach zu Zelten wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen... Aber er war dann doch so nett uns in seiner WG schlafen zu lassen, nachdem wir seine Mitbewohner kennengelernt hatten, von denen der männliche Part Angst hatte, dass wir Menschenhändler sind oder irgendso ein Scheiß... Im Endeffekt haben wir uns dann noch super mit ihm verstanden (nachdem er sein Misstrauen mal beiseite gelegt hat) und am nächsten Tag auch alle zusammen den Tag an einem wunderschönen Strand verbracht mit dem Namen Playa Sucia (also dreckiger Strand)... vll um Gringos abzuschrecken... war nämlich einer der schönsten Strände, die ich je gesehen habe. An dem Abend als wir ankamen sind wir dann also mal wieder Mofongo Essen gegangen, danach Eis und haben dann noch ein bisschen das Zentrum erkundet. Sehr schön. Mayagüez ist sowas wie das Tübingen PR. Voll mit Studenten und wenn die nicht da sind, ist tote Hose. Jedenfalls sind wir dann noch Domino spielen gegangen (jetzt blick ich endlich warum die alten Männer in den Cafés immer so wichtig machen! Kann man nämlich auch als Strategiespiel spielen!!!) und ich hab ohne es so richtig zu verstehen mit meinem kolumbianischen Spielpartner das Spiel gegen Javier und Esther gewonnen. Weiß zwar nicht wie, aber immer wenn der gegenüber mir anerkenned zugenickt hat, war was richtig... Danach noch Billard spielen und dann ins Bett fallen. Tags darauf ein typisches Frühstück in einem netten Café und dann der eben schon erwähnte dreckige Strand... Um den ganzen schönen Aufenthalt noch abzurunden, war abends typisch kochen angesagt. Alle mit Sonnenbrand und zu viert (Orbans Freundin hatte sich dezent zurückgezogen) in einer kleinen Küche gab es dann Kässpätzle, Bananenbrot und etwas Flanartiges... Danach noch einen Film, der von der Hälfte der Zuschauer verschlafen wurde und danach noch eine heiße Diskusion mit Orban über die politischen Zustände... Was er so erzählt hat, hat mich ziemlich an Mexiko erinnert. Und das obwohl PR ja eigentlich unter Einfluss der Amis steht. Was seine positiven und negativen Seiten hat. Positiv ist bestimmt, dass es dort noch lange nicht so viel Armut gibt wie hier in Mexiko und ich darauf auch die größere Lebensfreude und das ständige Lächeln der PR zurückführe. Die Amis haben sowas wie ein Bonsystem eingeführt und jeder hat zumindest Essen. Was zum gleichen Problem führt wie in Deutschland. Es gibt Leute, die eigentlich arbeiten könnten, es aber nicht machen, weil sie mit Staatshilfe mindestens genauso gut wenn nicht besser leben, als wenn sie arbeiten würden... Ein weiteres Problem ist, dass es in PR kaum selbstständige Industrie gibt. Die gesamte Wirtschaft hängt von den Amis ab. Die paar pharmazeutischen Firmen, sind dort um Arbeitsplätze zu schaffen. Jedoch gehen alle Abgaben über den großen Teich und nichts bleibt in PR. Außer den Arbeitsplätzen. Immerhin... Jedoch haben sich die PR so von den Importationen abhängig gemacht, dass die Landwirtschaft kaum mehr etwas produziert und das meiste Land brach liegt. Alles Obst usw wird importiert, was die Lebenshaltungskosten natürlich nicht unbedingt verringert. Die jungen Akademiker wandern aus, weil sie in PR keine Arbeit finden. Der Governeur hat, wie schon erwähnt, einfach mal dreizig tausend Staatsangestellte entlassen und will demnächst alles privatisieren. Strom, Wasser, Flüsse, Strand... alles... krass. Dann gibts bald keine kilomterweiten Sandstrände mehr, die für jeden zugänglich sind. Dann haben nämlich dicke Amirentner die Grundstücke mit Strand aufgekauft und abgesperrt... Schreckliche Vorstellung. Dem vorigen Governeur, der der erste aus der Mittelschicht war, wurden alle Reformversuche untersagt, da die Mehrheit im Parlament bei der Oposition lag. Scheinbar hatte er gute Ideen. Konnte in den vier jahren aber nichts umsetzen und wurde dann von der Oposition auch noch des Betrugs beschuldigt. Neutrale Untersucher haben aber nichts gefunden. Der erste, der es scheinbar ernst meinte... und der jetzige ist erst seit Januar im Amt und scheinbar extrem unfähig...
Genug Politik. Am nächsten Morgen ging es verschlafenerweise dann wieder Richtung San Juan mit einem kleinen Zwischenstopp in Arecibo bei Martha. Esther hatte Martha am Flughafen kennengelernt, als sie die Nacht über auf ihre nächsten Flug wartete. Und wir wurden von ihr dann auch gleich zum Essen eingeladen. Also erwartete und die ganze Familie zum Mittagessen und wir waren total in Panik, weil wir auf dem Weg zum Treffpunkt eine Caseta (Zahlstelle) durfahren hatten, ohne zu bezahlen... Höchststrafe 600$ heul... wir armen kleinen Touris... Haben uns dann aber beruhigen lassen und ein nettes Familienessen genossen. So eine süße Familie... und so gastfreundlich. Und dabei kannten sie uns ja gar nicht... Können wir Deutschen uns noch was von abschneiden... Nachdem wir uns den Bauch dann voll geschlagen hatten, brachten wir das Auto wieder zurück, heulten ein bisschen rum (wobei die drei Männer der Autovermietung uns ganz schnell beruhigt hatten, dass das alles kein Problem sei und sowas ständig passiere) und schafften es dann sogar mit Hundeblick, dass uns einer der Angestellten zur „Busstation“ brachte, die etwa eine halbe Stunde entfernt lag. Dort verhandelte er dann noch mit dem Publicofahrer über den Preis und unsere Fahrt nach Fajardo war gesichert. Ein bisschen abenteuerlich aber schließlich kamen wir dann am Hafen von Fajardo an, von wo die Fähre nach Vieques ging. Abends dann in Vieques mit seltsamem Taxisystem (Privatpersonen, die einfach warten, bis die Fähre kommt) ging es mal wieder auf einen Campingplatz, wo uns die Ameisen nur so erwarteten. Nachts das Zelt aufgeschlagen (was wir überraschenderweise gut und schnell hinbekommen haben) und am nächsten Morgen mit traumhafter Aussicht aufgewacht. Wofür in ein fünf Sterne Hotel, wenn man so einen Strand direkt vor der „Tür“ hat? Also ein chilliger Morgen, ein kleines Unwetter und dann die Gegend erkunden. Esther und ich also am Posen und da fragt uns doch der typische Surferboy mit blonden Haaren und Sonnenbrand, ob er nicht ein Foto von uns machen soll. Klar. Und wir dachten der wäre einfach nur nett. Von wegen. Wollte uns ne Tour für die Nacht verkaufen. Für die Bioluminiscent Bay. Nach Preisvergleichen mit anderen Anbietern sind wir dann doch mit dem Indiana (glaub ich) – boy losgezogen, der übrigens eigentlich Immobilienhändler ist, keine Häuser aber mehr verkauft und deswegen vor seinen Schulden nach Vieques geflüchtet ist und sich seinen Unterhalt jetzt mit Schnorcheltouren verdient. Also haben wir noch überteuert gegessen (das Dorf ist besetzt von Amis und komischen Läden... Leute nicht so sympathisch... weltschlechteste Bedienung), haben noch ein bisschen unseren Strand genossen und sind dann abends zu unserer Tour aufgebrochen. Und das war wohl mit das beeindruckenste dieses Urlaubs. Man fährt also mit Kanus in die Mitte einer Bucht die vom Meer fast komplett getrennt ist. Und bei jeder Bewegung der Paddel glitzert das Wasser... so schön. Der Höhepunkt ist dann mit hübschen orangenen Westen im Wasser rum zupaddeln und sich wie kleine Kinder zu freuen... War echt beeindruckend. Wenn man den Arm aus dem Wasser nimmt, glitzern die Arme und die wasserperlen, die von einem abtropfen sind wie lauter kleine Glühwürmchen. Jedenfalls war es wunderschön, bis ich nur knapp einer lebensgefährlichen Quallenattacke entkommen bin und durch mein Geschrei die männlichen Parts der Gruppe (drei Fussballeramis) auf ihr Kanu geklettert sind (anstatt uns zu retten... hätte ja auch ein Ungeheuer sein können) und wir dann wieder zurück gepaddelt sind. Also wirklich wunderschön... Auf der ganzen Welt gibt es nur sieben Orte. Einer war in Japan und den haben die aber kaputt gemacht, weil zuviel künstliches Licht und Touris. Jedenfalls sind das wohl Mikroorganismen die das ganze als Schutzmechnismus anwenden...
Den nächsten Tag haben wir dann leider mit Fähre fahren verschwendet, weil es zwischen den beiden kleinen Inseln Vieques und Culebra keine direkte Fähre gibt und wir also nochmal zurück nach Fajardo mussten. Dumm, dass beide Fähren um die zwei Stunden Verspätung jeweils hatten und wir echt die meiste Zeit des Tages nur mit rumsitzen, schlafen und lesen verbrachten.
Dann hatten wir noch einen schönen letzten Tag auf Culebra. An einem der schönsten Strände der Welt (laut dem discovry Chanel der zweitschönste), haben den Strand genossen, uns die Beine im Meer gekühlt wegen der ganzen Ameisenbisse und die Stunden gezählt, bis wir wieder in unserem Hotel in Old San Juan sind, wo es eine Dusche gibt, in der man auch mal den Bikini ausziehen kann (auf den Campingplätzen gibts nämlich nur Freiluftduschen...), eine Toilette zum hinsitzen und keine Ameisen!!! Sonntagmorgens ging es dann wieder zurück nach Old San Juan mit einem kleinen Flieger, wo ich mich erst mal diskriminiert fühlte. Esther und ich mussten 25 Dollar Übergewicht wegen unseres Gepäcks bezahlen, während die dicke Frau vor uns einfach mal mehr als das doppelte von unserem Übergewicht zusätzlich hatte (hab die Passagierliste gesehen) und uns einfach mal die Sicht versperrt hat... Jaja... ich weiß das ist moralisch nicht korrekt.... aber von dem Geld hätten wir einfach mal essen gehen können. Dann waren wir also wieder in Old San Juan, haben 6 Dollar für eine halbe Stunde Internet bezahlt (!!!!!!!!!!!!) und haben das Kulturfestival genossen, dass direkt vor unserer Hoteltür stattfand. Essen in allen möglichen Varianten... Schön schön... und ein letztes Mal zusammen durchs Zentrum bummeln... und die Erlebnisse und Erinnerungen repetieren.
Esther ist dann am nächsten Morgen zurück nach Deutschland... Horrortrip mit vielen Stunden Aufenthalt in amerikanischen Flughäfen. Mein Flug ging erst am nächste Morgen. Da ich aber zu geizig war, noch eine Nacht Hotel zu bezahlen, war mein Plan mich den ganzen Tag im Zentrum rumzutreiben. So lange wie möglich... Und dann abends ein Taxi zum Flughafen zu nehmen und die paar Stunden bis zum nächsten Morgen wie ein kleiner Asi mit Isomatte und Schlafsack auf dem Boden des Terminals zu verbringen. Hat auch ganz gut geklappt...
Hab meinen letzten Tag in San Juan genossen. Bin nochmal die Straßen entlang geschlendert, hab bis zum Sonnenuntergang unter einem Rießenbaum mit Fortaussicht gelesen und dann noch im Starbucks gechillt. Da lernte ich auch einen kennen, der mir mal wieder eine andere Seite von PR beschrieb. Jandres ist nämlich aus dem „Ghetto“-Viertel San Juans. Wo sie ihre eigenen Gesetze haben, wo nichts geklaut wird, weil man nämlich mit dem Leben bezahlt, wenn man sich das Gut eines anderen aneignet und wo die kleine Cousine von einer besseren Schule ausserhalb abgelehnt wir, obwohl sie die besten Noten hat und ettliche Preise eingesackt hat. Und das nur, weil sie aus La Perla ist. Das krasse ist, dass diesen beiden San Juans direkt nebeneinander liegen. Nur getrennt von einer Straße und La Perla zum Meer hin abschüssig. Links die schönen bunten Häuser, rechts die zum Teil verfallenen des Viertels, indem sich die Mehrheit der Einwohner das Leben mit Drogenhandel verdient...
Dann hab ich noch ein bisschen Zeit in der Hotellobby totgeschlagen, irgendwann ein Taxi rufen lassen und meine Assinacht im Flughafen verbracht, mit einer Stimme im Hintergrund, die immer irgendwelche Zollanweisungen in der Endlosschleife wiederholte. Zum Glück gibts Ohrstöpsel.
Am nächsten Morgen ging es dann über Miami (wo mich der Starbucksangestellte noch von meinem Hinflug kannte, weil ich nur in Spanisch bestellen konnte), nach Mexiko und dort mit dem Bus dann nach Puebla... Halb tot und am Verhungern... Wo Daniel dann mit lecker Essen wartete, dass er mir eigentlich auf dem Dach mit Sternensicht präsentieren wollte. Wäre da bloß nicht der böse Regen dazwischen gekommen...
Jaja.. in Puebla hat die Regenzeit wieder angefangen und ich renne nur mit Halstuch rum, weil es von einem Moment zum nächsten von warm zu kalt wechselt. Das macht einem das wieder eingewöhnen gar nicht so einfach... vorallem mit der Tatsache vor Augen, dass ich ja bald wieder in Deutschland bin und das noch überhaupt nicht realisiere... in weniger als einem Monat...

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